Die Johannesgemeinde in ihrer heutigen Gestalt und Ausdehnung als Gemeinde mit eineinhalb Pfarrstellen besteht seit dem 1.1.1972. Das 4,6 qkm große Gebiet wird im Norden begrenzt durch die Ringstraße, im Westen durch die Arnsberger Straße, im Osten durch die Bahnlinie und im Süden durch die Autobahn. Dieses bis zum 2. Weltkrieg nur dünn besiedelte Gebiet gehörte früher östlich des Müllingser Weges zur Thomägemeinde, westlich davon zur Pauligemeinde. Diese beiden Gemeinden hatten sich nach dem 2. Weltkrieg zur Thomä-Pauli-Gemeinde zusammengeschlossen.


Der erste kirchliche Schwerpunkt im Süden war bereits 1929 entstanden, als der Thomäpfarrer Koch am Müllingser Weg den Kindergarten Sonnenkamp baute. Zu der Zeit war gerade die Bebauung an der Lindenstraße, der Ulmenstraße und der Rüthener Straße abgeschlossen. Die Häuser an der Garten- und Blumenstraße waren bereits vor dem 1. Weltkrieg entstanden.
Als 1952 der Thomäpfarrer Stein in den Ruhestand ging, bezog sein Nachfolger, Pfarrer Dr. jur. Hermann Baldewein, das neuerbaute Pfarrhaus am Steinkuhlenweg 1 (auf dem Gelände des Kindergartens Sonnenkamp). Seine Predigtstätte wurde der an den Kindergarten angebaute Kirchsaal. Die Gemeinde war durch die für die Heimatvertriebenen erbaute Südostsiedlung (Frühjahr 1951) um ca. 1.500 Gemeindeglieder gewachsen. So bildete sich allmählich der "Johannesbezirk". Der Paulipfarrer Wilhelm Thurmann und Pfarrer Dr. Hermann Baldewein, der 1. Pfarrer im Soester Süden, betreuten gemeinsam die inzwischen sehr groß gewordene Thomä-Pauli-Gemeinde, bis 1957 Pfarrer Hans Sprenger in die 3. Pfarrstelle gewählt wurde.
Zum 1.1.1961 wurde die Gemeinde geteilt. Die Thomä- und Pauli-Gemeinde wurden wieder selbständig, im Süden entstand zwischen Windmühlenweg und Bahnlinie die Johannesgemeinde. Ein Jahr zuvor war der Kirchbauverein Johannes gegründet worden, der in fast 12 Jahren über 140.000,00 DM sammelte, zunächst für die Kirche, dann für die Glocken und zuletzt für die Orgel. Am Erntedankfest 1964 wurde die Johanneskirche eingeweiht, bis heute der einzige moderne evangelische Kirchbau im traditionsreichen Soest sowie die einzige evangelische Kirche außerhalb der Wälle. Ihr besonderes Gepräge hat die Kirche durch das Fensterband von Hans Kaiser, Soest,und durch die Bronzeplastiken von Fritz Viegener, Möhnesee. Die beiden Muttergemeinden Thomä und Pauli schenkten ihrer Tochtergemeinde zur Einweihung der Kirche je einen über 200 Jahre alten vergoldeten Abendmahlskelch. 1970 erhielt die Johanneskirche ihre Orgel, erbaut  von der Firma Schuke, West-Berlin. Das Instrument hat bei zwei Manualen und Pedal 17 Register.

Als Organistin und Gemeindehelferin war 1962 Ute Bockholt eingestellt worden. Nach ihrer Heirat 1971 wurde die Stelle nicht wieder besetzt. Seitdem versehen die nebenberuflichen Organisten Werner Lindner und Lothar Seuthe in sonntäglichem Wechsel den Organistendienst. Werner Lindner wechselte zum Juli 2002 in die Kirchengemeinde Schwefe. Für ihn kam Stefan Krüger. Nach dem überraschenden Tod von Lothar Seuthe im Jahr 2003 übernahm Stefan Krüger auch dessen Dienst. Die Wittener Diakonisse Emmi Ringsdorf war 1956 in die Thomä-Pauli-Gemeinde gekommen. Sie arbeitete als Gemeindeschwester im Soester Süden bis zu ihrer Pensionierung 1984. Nach dem Weggang von Pfarrer Dr. Baldewein 1963 betreute Pfarrer Eberhard Warns die Johannesgemeinde von 1963 -1969. In seiner Zeit wurde 1964 die Kirche fertiggestellt und eingeweiht (mit Sakristeigebäude und Mitarbeiterwohnung) und 1968 das Gemeindehaus gebaut. Der Nachfolger von Pfarrer Eberhard Warns wurde am 1. Advent 1969 Pfarrer Reinhard Heitmann. Die Pauligemeinde, zu der außerhalb der Wälle seit alters nur die Windmühle gehörte, war durch die Bebauung zwischen Lendringser Weg und Hiddingser Weg stark angewachsen (Kanadische Siedlung). Vor allem vergrößerte sich die Gemeinde in den 60iger Jahren durch den Bau der Siedlung am Gotlandweg ganz erheblich. Ende 1966 ging der langjährige Paulipfarrer Thurmann in den Ruhestand. Sein Nachfolger wurde von 1968 bis 1972 Pfarrer Horst Leweling, der 1969 in das hinter dem Gemeindehaus neuerbaute Pauli-Pfarrhaus einzog. Die neuzugezogenen Gemeindeglieder am Gotlandweg hielten sich mehr und mehr zur Johannesgemeinde, zumal die Johanneskirche und das Gemeindehaus für sie gut zu erreichen waren. So wuchs der Pauli-Südbezirk mehr und mehr mit der Johannesgemeinde zusammen. Das führte dann dazu, daß Pfarrer Leweling abwechselnd in der Paulikirche und in der Johanneskirche predigte. In seiner Zeit wurde 1972 der Pauli-Kindergarten am Gotlandweg gebaut. Zum 1.1.1972 wurde die Pauligemeinde geteilt. Der Innenstadtbereich kam zur Petrigemeinde, der Pauli-Südbezirk wurde 2. Pfarrstelle der Johannesgemeinde. Von 1973 -1997 war Ulrich Steuernagel Pfarrer des 2. Bezirks. Reinhard Heitmann betreute nach dem Zusammenschluß mit Pauli-Süd den 1. Pfarrbezirk der nun größer gewordenen Johannesgmeinde bis 1995. Anschließend wurde Stefan Weyer als Pfarrer für diesen Bezirk gewählt. Nachdem im Juli 1997 Ulrich Steuernagel in den Ruhestand verabschiedet wurde, betreut seit dem 1. September 1997 Pfarrerin Brigitte Schulze diesen Bezirk. Sie ist die erste gewählte Gemeindepfarrerin in Soest.

Seit dem Jahr 2008 besteht eine Pfarramtliche Verbindung mit der St.Thomä-Gemeinde. Pfr. Weyer ist seitdem je zur Hälfte für die Johannesgemeinde und die St. Thomä-Gemeinde zuständig. Die Pfarrbezirke der Johannesgemeinde wurden entsprechend angepasst.

In den Jahren 2010/2011 erfolgte der Ausbau der Kindergärten "Sonnenkamp" und "am Gotlandweg" zur Aufnahme von Kindern unter 3 Jahren.

 

Reinhard Heitmann, Pfarrer i.R.
mit Aktualisierungen durch Holger Busch und Rudolf Schulze

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"Gemeinsam laden wir ein" so ist der Titel des gemeinsamen Flyers der vier Soester Gemeinden Wiese-Georg, Maria zur Höhe (Hohne), St. Thomä und Johannes.